Disneyland Park
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[Bearbeiten] Geschichte
Die Geschichte des Disneyland Parks begann 1983. Zu dieser Zeit feierte man gerade die Fertigstellung des japanischen Tokyo Disneyland und machte sich Gedanken über neue Ziele und Projekte. Die Imagineers, die kreativen Köpfe bei Disney, stellten bei der Durchsicht ihrer Archive fest, dass schon nahezu jedes Land der Welt bei Disney um die Ehre gebeten hatte, einen der beliebten Parks beherbergen zu dürfen. Nachdem man die diversen Angebote und Möglichkeiten genauer unter die Lupe genommen hatte, kam man zu dem Entschluss, dass der neue Disney Park in Europa entstehen sollte.
Im September 1984 erhielt die Disney Company ein neues Management und stand fortan unter der Führung von Michael Eisner und Frank Wells. Ihr erklärtes Ziel war es, Disney zum größten Film- und Unterhaltungskonzern der Welt zu machen. Schon in einem der ersten Meetings mit dem neuen Vorstand kam das Thema Disney in Europa auf den Tisch. Es wurde über die Vor- und Nachteile verschiedener Standorte diskutiert, man arbeitete sich durch Berge von Papier und zum Schluss standen zwei Länder zur Wahl, in denen der neue Park entstehen könnte: Spanien und Frankreich. Frank Wells entschied, dass man nun den nächsten Schritt gehen könne. Das europäische Abenteuer hatte begonnen.
Nach Europa zu gehen bedeutete in gewisser Weise, zu den Wurzeln Disneys zurückzukehren. Verfolgt man Disneys Familienstammbaum bis ins Mittelalter zurück, so stellt man fest, dass die Disneys ursprünglich wahrscheinlich aus einem kleinen Dorf namens Isigny-sur-Mer in der Normandie stammten. Über die Jahrhunderte wurde aus dem französischen „d´Isigny“ (aus Isigny) der Name Disney.
Die Region Marne-la-Vallée, wo sich heute der Disneyland Park befindet, besuchte Walt Disney selbst im Jahr 1918 im Alter von 17 Jahren. Zu dieser Zeit, im ersten Weltkrieg, war Walt Disney als Fahrer beim amerikanischen Roten Kreuz in Frankreich. Doch Walts eigentliche Verbindung zu Europa begann erst in den dreißiger Jahren mit der Produktion seiner ersten abendfüllenden Zeichentrickfilme, die auf den Märchen und Geschichten europäischer Erzähler basierten. So bedeutete der Bau eines Disney Themenparks nichts anderes, als einen Kreis zu schließen.
Es wurde also noch mehr geprüft, diskutiert, beratschlagt und mit den Regierungen der beiden zur Wahl stehenden Ländern verhandelt. Ein Standort nach dem anderen wurde besichtigt bis letztendlich ein viel versprechender Flecken Land 32 km östlich von Paris ausgewählt wurde: Marne-la-Vallée.
Im Dezember 1985 wurden erste Dokumente über den Bau des Parks von Michael Eisner und dem damaligen französischen Präsidenten Laurent Fabius unterzeichnet, doch spruchreif wurde das ganze Vorhaben erst im März 1987 unter der Präsidentschaft von Jaques Chirac, indem er die offizielle Einverständniserklärung unterschrieb, die „Convention d´Etat“.
Eine Gruppe von sieben Designern um den Imagineer Tony Baxter, der zukünftig für das Design des Parks zuständig sein würde, machte sich auf den Weg nach Europa, um sich mit der Geschichte, Kultur und Mentalität der Menschen vertraut zu machen. Die Gruppe wurde scherzhaft als „Schneewittchen und die sieben Zwerge“ bezeichnet, weil sie aus einer Frau und sieben Männern bestand. Auf ihrer Reise ließen sie sich von deutschen Schlössern und Landschaften, von Museen, Gärten und Palais in Paris, Schweizer Architektur, holländischen Blumengärten und dem Tivoli im dänischen Kopenhagen inspirieren, der 1950 schon bei Walt Disney schon bleibenden Eindruck hinterlassen hatte.
Am 2. August 1988 begannen die Arbeiten auf dem zukünftigen Parkgelände. Binnen der nächsten vier Jahre fanden in Marne-la-Vallée Bauarbeiten nie da gewesenen Ausmaßes statt. 10.000 Konstrukteure und Zulieferer sowie 1.700 Firmen aus Frankreich, Italien, Deutschland, Holland, England, Irland, Spanien, Portugal, der Schweiz, Tschechien, der Slowakei, dem fernen Osten und den USA waren daran beteiligt. Die Bauarbeiter hatten mit kaltem und nassem Wetter und dem schlammigen Boden der Region zu kämpfen und gruben eines Tages gar eine Bombe aus dem ersten Weltkrieg aus. Doch trotz aller Widrigkeiten konnte der Park, wie geplant, am 12. April 1992 um 9.01 Uhr seine Tore öffnen.
Doch vor der feierlichen Eröffnung des Parks standen unzählige Arbeitsstunden der Imagineers. Jeder der fünf Bereiche des Parks wurde zunächst detailliert am Reißbrett geplant und auch en miniature mit Hilfe exakter, absolut detailgetreuer Modelle der einzelnen Attraktionen, Gebäude, Gartenanlagen und Landschaften gebaut. Nichts wurde dem Zufall überlassen, jede Kleinigkeit musste stimmen um dem Anspruch, in Europa den schönsten aller Disneyparks entstehen zu lassen, gerecht werden zu können.

