Alice's Curious Labyrinth
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Allgemeines
Alice's Curious Labyrinth ist wahrscheinlich das Verrückteste, was es im Disneyland Park zu entdecken gibt. Es besteht aus einem niedrigeren Teil mit langgezogenen Springbrunnen und einem zweiten Teil mit hohen Hecken, vielen Irrwegen und Überraschungen.
Am Ende des zweiten Labyrinths kann man das Schloss der Herzkönigin besichtigen, von dessen Obergeschoss man einen wunderbaren Blick über das Fantasyland hat. Von hier sieht man auch erst die Gesamtheit der gestalteten Anlage so richtig gut.
Das Labyrinth ist für kleine Kinder und ihre Eltern sehr unterhaltsam; Teenager könnten sich langweilen.
Geschichte
Die Imagineers bei Disney hielten die Welt von Alice für so fantastisch, daß sie sie auf jeden Fall ins Fantasyland integrieren wollten. Zunächst planten sie, nur ein kleines Labyrinth im nordlichen Teil des Landes zu bauen, mehr ein dekoratives Element als eine richtige Attraktion. Zur gleichen Zeit schlug Micheal Eisner, der damalige Vorsitzende der TWDC (Disney-Konzern), nach einem Besuch in England, bei dem er großartige Labyrinthe gesehen hatte vor, ein solches auch in dem neuen Disneypark in Paris zu bauen. Von den aktuellen Plänen der kreativen Köpfe vor Ort wußte er zwar nichts, umso praktischer war es, daß die Ideen so gut zusammen passten.
Das Labyrinth sollte so angelegt werden, daß die Besucher sich zwar im Labyrinth verlaufen konnten, aber niemals so, daß Panik entstehen könnte. Jeder sollte seinen Weg finden können, aber zugleich nicht binnen zwei Minuten wieder aus dem Labyrinth heraus sein. Mit einem speziellen algorithmischen Programm wurde ein Irrweg erarbeitet, der herausfordernd aber nicht beängstigend war.
Wichtig war auch, daß den Umherirrenden auf ihrem Weg zum Schloß der Herzkönigin Abwechslung geboten würde, um keine Langeweile aufkommen zu lassen. Das Thema Wunderland sollte so attraktiv wie möglich umgesetzt werden.
Doch das größte Problem bei der Umsetzung der Pläne waren die Hecken, die das Labyrinth bilden sollten. Ein herkömmlicher Irrgarten benötigt 10 bis 15 Jahre, damit die Pflanzen die notwendige Höhe erreichen. Die Lösung des Problems fand man ca. 65 km nördlich des Parks. In einer Baumschule, die eine ensprechend große Fläche zur Verfügung hatte, wurde das gesamte Labyrinth in der Form , die es später auch im Park haben sollte, in Rekordzeit gezüchtet. Mit gut 20 großen LKW wurden die Thuya Hecken schließlich durchnummeriert, Stück für Stück nach Marne-la-Vallée gebracht und dort wie ein Puzzle wieder zusammengesetzt.
Der Gang durch Alice´s Labyrinth
Nach einem Gang durch einen belaubten Tunnel findet man sich zwischen den verschlungenen Hecken des Labyrinths wieder. Auf einem kleinen Platz stehen etliche Wegweiser, die nach links, rechts, oben und unten weisen. Doch welcher Weg ist nun der richtige? Das darf jeder selbst herausfinden. Hat man den richtigen Weg gefunden, passiert man bald einige Wasserspiele, die man genau im Auge behalten sollte, wenn man nicht eine unfreiwillige Dusche abbekommen möchte.
Mit etwas Glück erreicht man trockenen Fußes das kunterbunte Domizil von Onkel Raupe, der entspannt auf seinem überdimensionalen Pilz thront und seine Wasserpfeife schmaucht.
Über einen spiralförmig, sich erst absenkenden, dann ansteigenden Weg, auf dem es ebenfalls von allerlei schillerden Geschöpfen aus dem Wunderland wimmelt und wo man andere Irrläufer mit Wasserspritzerei ärgern kann, erreicht man den "Cheshire Cat Walk". Dies ist der einzige Teil des Labyrinths, in dem die Wege nicht durch Hecken begrenzt werden, sondern durch niedrige Mauern aus runden, rosafarbenen und violetten Steinen, komplett durch Bäume überdacht. Hier gibt es auch das riesige, mit Hilfe von Blumen gestaltete Gesicht der Cheshire Cat (Tigerkatze, Grinsekatze) zu bewundern, das auch von außerhalb dieses Wunderlands schon weithin sichtbar ist.
Auf dem nun folgenden Weg durch die Hecken kommt man langsam aber sicher dem Schloß der fiesen Herzkönigin bedrohlich nahe. Ihre fleißigen Helfer von der Spielkartengarde tauchen hier und da plötzlich hinter den Hecken auf oder bilden zu zweit Tore, unter denen man hindurchspaziert. Zweimal sieht man sich gar mit der Königin selbst konfrontiert, die beim Anblick der Besucher ein wütendes "Coupe la tête!" (Ab mit dem Kopf!) hören läßt.
An einem kleinen Platz, an dem gerade einige der Spielkarten, wie sollte es auch anders sein, die Rosen an den dortigen Bäumchen rot anmalen, gibt es einen netten Fotopunkt, um ein paar originelle Schnappschüsse zu machen.
Hat man dann endlich alle Tücken des Labyrinths überwunden und dabei das Schloß einmal umrundet, kommt man über einen von der Spielkartengarde flankierten Weg direkt hinein. Glücklicherweise ist die Königin gerade nicht zu Hause, dafür kann auf dem vorderen Turm die kleine Gestalt des Königs entdecken.
Im Inneren des kunterbunten, "knubbelig" wirkenden Schlosses, kann man sich in Zerrspiegeln bewundern, bevor man die Treppen zu den Türmen emporsteigt. Aus drei verschiedenen Höhen kann man von hier den vielleicht schönsten Blick über das Fantasyland mit dem Dornröschenschloß und den übrigen Park genießen. Da das Labyrinth, anders als das Dornröschenschloß, fast am Rande des Parks liegt (dahinter befinden sich nur noch Casey Junior und Les Pays de Contes de Fées), hat man einen einzigartigen Gesamtblick, der zu jeder Tageszeit reizvoll ist, besonders jedoch in den Abendstunden und bei Dunkelheit.
Wenngleich das Labyrinth insgesamt eher eine Attraktion für die kleinen Besucher des Parks ist, so lohnt doch in jedem Fall diese fantastische Aussicht den Weg.